Geschichte des Vereins

 

 

Die örtlichen Vereine sind ein wichtiges Bindeglied der Bürger in unserer Gemeinde. Sie fördern unter anderem das Zusammengehörigkeitsgefühl, Stärken die Dorfgemeinschaft und pflegen das Brauchtum. So auch die Schützenvereine. In den Ortsteilen Osterwanna und Süderleda wurden schon 1910 bzw. 1927 ein Schützenverein gegründet. Im Ortsteil Westerwanna fand einmal im Jahr im Gasthaus "Zur Post", dem Vereinslokal, ein Preisschießen statt. Ebenso zu Pfingsten in der Gaststätte Albert Fink, in Verbindung mit dem "Hohn ut de Tünn smieten". 

 

Mit der Gründung des Schützenvereins Westerwanna begann es wie folgt: Einige Bürger aus Westerwanna besuchten im Juli 1951 im Nachbarort Krempel das dortige Schützenfest. Hier wurde angeregt, auch in Westerwanna einen Schützenverein zu gründen. Ein Großschützenverein Wanna, der im Haubusch seinen Schießstand haben sollte, kam durch Ablehnung des Schützenvereins Süderleda nicht zustande. Schnell sprach es sich herum, dass wir uns am 25. August 1951 im jetzigen Vereinslokal (es wurde damals noch von Marcus Schult betrieben), treffen wollten, um den Schützenverein Westerwanna zu gründen. Es fanden sich zahlreiche Männer ein und sie beschlossen einen Schützenverein zu gründen, mit dem Namen "Schützenverein Westerwanna". Sie legten somit den Grundstein, der zur Gründung des Vereins führte. 

 

Eine Eintragung ins Vereinsregister erfolgte erst später. Die Gründer des Vereins waren: Robert Wöbber, Heinz Pape, Ernst Pape, Willi Mienert, Amandus Meyburg, Wilhelm Schlichting, Erwin Busch, Adolf Steinke, Adolf Schult, Heinrich Böhack, Willi Lohse, Hinrich Nadermann, Walter Schumacher, Heinrich Nikolaus Schult und Emil Zimmermann. Diese 15 Männer besiegelten mit ihrer Unterschrift die Gründung des Vereins, aus deren Mitte Heinrich Böhack als 1. Vorsitzender hervor ging. Als 2. Vorsitzenden wählte man Ernst Pape, Schriftführer wurde Robert Wöbber, zum Waffenwart ernannte man Heinz Pape. Zum Hauptmann wählte die Versammlung Emil Zimmermann und als Kassierer wurde Adolf Schult bestellt. In den Festausschuss wählt man: Wilhelm Schlichting, Amandus Meyburg, Willi Mienert und Willi Lohse. 

 

Kurzentschlossen führte man das erste Schützenfest am 9. September 1951 durch und zwar neben der Scheune von Marcus Schult. Es war damals leichter, ein Fest zu feiern, denn alle Preise wurden gestiftet. Allein in Westerwanna gab es fünf Einzelhandelsgeschäfte. Ferdinand Grönwold bekam für die Musikkapelle beim Schützenfest 1956 185,00 Mark. Zum Vergleich kostete die Musik beim Schützenfest 1991 alles in allem 4.000,00 Mark. 

 

Bis zum Bau des Schießstandes fanden die Schießveranstaltungen im Vereinslokal, an der Scheune oder auf dem Saal, bei Irma Homeyer im Hausflur oder bei Albert Fink, statt. Geschossen wurde damals mit dem Luftgewehr. Der Jahresbeitrag betrug zu jener Zeit 4,00 Mark und war in zwei Raten an den Kassierer Adolf Schult zu entrichten. 

 

Im Frühjahr 1954 trat Heinrich Böhack als 1. Vorsitzender zurück. Bis zum Herbst 1954 führte dann Amandus Meyburg kommissarisch den Verein. In dieser Zeit begannen die Verhandlungen über einen Schießstandbau, unter anderem auch mit dem Gastwirt Albert Finck. Hier scheiterten die Verhandlungen wohl dadurch, dass der Schießstand zu nahe am Friedhof gebaut werden sollte. Die erste Vereinsfahne wurde angeschafft und vom Vereinsmitglied Kurt Bonnet angefertigt. 

 

Von Herbst 1954 bis Herbst 1968 übernahm Otto Reimer die Vereinsführung. Die Bauarbeiten für den Schießstand begannen auf der vom Vereinswirt H.N. Schult zur Verfügung gestellten Weide. Alle Arbeiten wurden von Mitgliedern und Freunden des Vereins kostenlos und ehrenamtlich, so wie noch heutzutage, durchgeführt. Der Sand für den Schutzwall musste vom Bielenberg mit Trecker und Wagen angefahren werden. Hermann Schalk stellte zum beladen der Anhänger sein Förderband zur Verfügung. Sehr viel Arbeit machte die Verdichtung der Wasserquellen und der hohe Wasserstand. Grundwassersenkung gab es damals noch nicht oder sie war unerschwinglich für den Verein. Um die Quellen zum Versiegen zu bringen schlug man mit Talg getränkte Tücher in den Boden. Bauunternehmer Hermann Schütt aus Otterndorf und Heinrich Finck Senior, standen hierbei mit Rat und Tat zur Seite.

 

Es gab aber auch freudige Ereignisse in dieser Zeit, so erinnerte sich Adolf Schult daran, dass zu den Schützenfesten an den Ortseingängen Transparente "Herzlich Willkommen" über die Straße gehängt wurden. Otto Reimer fuhr mit einigen Mitgliedern los, um die Transparente anzubringen. An Ort und Stelle angekommen, ließ er seine Helfer aussteigen und fuhr mit den Worten: "Ich habe noch eine andere Verpflichtung" von dannen. Man hat ihn an diesem Abend auch nicht mehr gesehen.

 

1968 gab Otto Reimer den Vereinsvorsitz an Adolf Schult ab. Willi Uelzen wurde 2. Vorsitzender. Deren Wunsch und Ziel war es: 1. den Mitgliederstand zu erhöhen, 2. Beteiligung der Bürger an unseren Veranstaltungen, 3. Schießstanderweiterung und den Erwerb des Grundstückes. 1972 wurde die Damenabteilung ins Leben gerufen. Erika Uelzen, Ilse Müller, Gisela Knust und Henny Beckmann waren die Damen der ersten Stunde. Heute zählt die Abteilung fast 90 Schützendamen. Mit ihrer uneigennützigen Arbeit unterstützen sie den Verein gewaltig. Stets nach dem Motto:„Viel Weisheit wohnt beim weiblichen Geschlechte, es trifft beim ersten Blick die Frau das Rechte!“

 

Nachdem unser Vereinswirt H.N. Schult verstorben war, gab es für unseren Verein schwere Zeiten, denn innerhalb von ein paar Jahren wechselten die Besitzer der Gaststätte viermal: Horst Baldeus, August Czbulski, Jan und Kerstin Lok und Walfried Möller. Auch das Grundstück, auf dem der Schießstand steht, war Eigentum der Erbengemeinschaft Schult und dies erschwerte die Sache beim Kauf des Grundstückes enorm. Doch bei den Verhandlungen zum Erwerb des Grundstückes hat das Vereinsmitglied Wilhelm Mohrmann Adolf Schult mit Rat und Tat sehr zur Seite gestanden. Nun konnte der Schießstand nach unseren Vorschlägen umgebaut und erweitert werden und die gesetzten Ziele sind in Erfüllung gegangen.

 

Viele schöne Feste  bei den Pokalschießen mit den Nachbarvereinen und unseren Schützenfesten konnten dort gefeiert werden. Nachdem Adolf Schult im Herbst 1991 zum Bürgermeister der Gemeinde Wanna gewählt wurde, übergab er nach 24-jähriger Amtszeit den Vorsitz des Schützenvereins Westerwanna e.V. an seinen Nachfolger Otto Mienert. Adolf Schult wählte man zum Ehrenvorsitzenden des Vereins. Von 2002 bis 2006 führte unser Schützenbruder Dieter Rehm die Geschicke unseres Vereins. Auf der Generalversammlung im November 2006 wurde ich zum 1. Vorsitzenden gewählt. Ich bin stolz auf unseren Schützenverein und seine Geschichte und wünsche ihm, dass er Wachse, Blühe und Gedeihe.

 

Mit Schützengruß

 

Uwe Schult

 

1. Vorsitzender